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© The Munch Museum / The Munch Ellingsen Group / VG Bild-Kunst, Bonn 2012

Galerie

Edvard Munch. Der moderne Blick 9. FEB bis 28. Mai 2012 SCHIRN KUNSTHALLE

Obsession

Im Jahr 1907, als Munch gerade Das grüne Zimmer malte, arbeitete er auch an einem anderen Motiv: dem einer weinenden Frau, die nackt vor einem Bett steht. Innerhalb relativ kurzer Zeit malte er sechs Versionen, fertigte mehrere Zeichnungen, eine Fotografie, eine Lithographie und eine Skulptur mit diesem Motiv an. Hierbei handelt es sich um eine völlig andere Art von Wiederholung als normalerweise, wenn Munch mit einigen Jahren Abstand eine neue Version eines älteren Bildes anfertigte. Dieser Form der Wiederholung durch alle Medien hindurch, derer sich Munch seinerzeit bediente, wohnt eine Art Zwanghaftigkeit inne, die seine Obsession für das Sujet belegt. Es ist nicht wirklich geklärt, was dieses Motiv für ihn bedeutete. War es eine Urszene, eine erotische Erinnerung, ein Urbild des Wehklagens, das er aufs Äußerste zu vereinfachen suchte, indem er es wiederholte, so wie er es bei Der Schrei, Melancholie oder Der Kuss gemacht hatte? Bestimmt war es sehr viel mehr als nur das, zumal der Künstler in Erwägung gezogen hatte, die Skulptur der Weinenden Frau für sein eigenes Grab als Grabstein zu verwenden.

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© The Munch Museum/ The Munch Ellingsen Group/ VG Bild-Kunst, Bonn 2011

Edvard Munch, Melancholie, 1894-1896

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