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© The Munch Museum / The Munch Ellingsen Group / VG Bild-Kunst, Bonn 2012

Galerie

Edvard Munch. Der moderne Blick 9. FEB bis 28. Mai 2012 SCHIRN KUNSTHALLE

SehstÖrungen

Mittels des Selbstporträts wendet Munch den Blick um wie einen Handschuh. Nachdem 1930 eine Blutung im Glaskörper des rechten Auges zu einer erheblichen Beeinträchtigung des Sehvermögens beim 66-jährigen Munch geführt hatte, trieb er diese Selbstbeobachtung noch weiter voran. Über einen Zeitraum von mehreren Monaten versuchte er mit größter methodischer Präzision zeichnerisch das wiederzugeben, was er durch sein krankes Auge sah. Im Innern des Auges war der Bluterguss zu einer Form geronnen, die das normale Sehen überlagerte. In diesen Klecksen oder Flecken meinte der Maler einen Vogel, baumartige Formen, konzentrische Kreise zu erkennen. Indem er das zeichnete und malte, was er durch sein krankes Auge erkannte, stellte Munch, der für eine gewisse Zeit zu einem Augenspezialisten wurde, seinen Blick, das Sehen selbst oder, um es mit einem Zitat von Max Ernst aus derselben Zeit zu sagen, "das Innere des Sehens" dar. Er sah sich sehen. Auch in dieser Hinsicht erweist sich Munch als überaus modern; er ist ein modernes Auge.

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© The Munch Museum/ The Munch Ellingsen Group/ VG Bild-Kunst, Bonn 2011

Edvard Munch, Netzhaut Optische Täuschung, 1930

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