Edvard Munch. Der moderne Blick 9. FEB bis 28. Mai 2012 SCHIRN KUNSTHALLE
Strahlungen
Munch gehört einer Generation von Künstlern an, deren Vorstellungswelt zutiefst von einer Kultur der Strahlen geprägt war, die von den letzten Nachklängen des Mesmerismus über den Glauben an die Heilwirkung von Sonnenstrahlen bis hin zur Entdeckung der Röntgenstrahlen, der Radioaktivität und den kabellosen Telegrafiewellen reichte. Munch hat sich 1902 selbst röntgen lassen und wurde in den Jahren 1908-1909 mit Strom behandelt. In seinen Archiven finden sich zahlreiche Prospekte für Höhensonnen. Munchs Bilder enthalten deutliche Hinweise auf diese Faszination für Strahlen. Er benutzt die für Röntgenstrahlen typischen Transparenzeffekte, so als würde er durch Köper hindurch sehen können, die an und für sich undurchsichtig sind. Er malt das irisierende Sonnenlicht im Gegenlicht oder die farbigen Schwingungen der Schatten. Seine Pinselführung scheint sich der Lichtfrequenz anpassen zu wollen, sie gerät in Schwingung, löst sich auf und beginnt manchmal sogar mit der Abstraktion zu liebäugeln.
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© The Munch Museum/ The Munch Ellingsen Group/ VG Bild-Kunst, Bonn 2011
Röntgenaufnahme der Hand von Edvard Munch, 1902
Archive des Munch-Museums, Oslo
© The Munch Museum/ The Munch Ellingsen Group/ VG Bild-Kunst, Bonn 2011
Werbeanzeige für Lichtbehandlung, die Munch aufbewahrt hat
Munch-Museum, Oslo
